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80 Mal ohne Schein ertappt Drucken E-Mail
Freitag, 11. August 2006 um 10:15 Uhr
polizeikontrolle Photo: APA

Rekord: 80 Mal ohne Schein ertappt
Ein Klagenfurter (42) ist der König der Verkehrssünder. Er fährt seit Jahren ohne Führerschein und bezahlt seine Strafen nicht. So hat er sich 1000 Tage Haft angesammelt.

Ein 42-jähriger Klagenfurter dürfte der Rekordhalter unter den Kärntner Verkehrssündern sein: Der Mann fährt seit über 20 Jahren ohne gültigen Führerschein mit dem Auto. Allein in den vergangenen fünf Jahren wurde er rund 80 Mal von der Polizei erwischt, zehn Mal saß er sogar betrunken hinter dem Steuer. Aber auch in den Jahren zuvor wurde er mehrfach ohne Schein erwischt.

Strafen nie gezahlt. Die Geldbußen hat der Mann einfach nie bezahlt. Weil der Alleinstehende nur sporadisch einer Arbeit nachgeht, ist eine gerichtliche Exekution erfolglos. "Exekutiert man ihn einmal, hört er eben auf zu arbeiten", sagt Johann Darmann, Leiter der Verwaltungspolizeilichen Abteilung in der Bundespolizeidirektion Klagenfurt. "Sein Auto können wir ihm nicht nehmen, weil es dafür keine Rechtsgrundlage gibt." Und so hat sich bei diesem Verkehrssünder im Laufe der Zeit eine Höchststrafe von rund 1000 Tagen Ersatzfreiheitsstrafe angesammelt. Das sind immerhin knapp drei Jahre Haft! "Er hat sich jahrelang nicht um die Geldstrafen gekümmert, es war ihm egal. Jetzt will er sich ändern, sagt er. Er will sogar wieder den Führerschein machen", sagt Darmann. Um seine Strafen abzubauen, geht der Klagenfurter zwei Mal innerhalb von 15 Monaten einfach ins Gefängnis. "Die Haft ist Teil seiner Lebensplanung geworden", sagt Darmann.

Parkstrafe absitzen. Verkehrs- und Parksünder sitzen ihre Strafe im Polizeianhaltezentrum (Schubhaft) ab. Dort ist der Klagenfurter in illustrer Gesellschaft: Mit Unterstandslosen, die wegen Anstandsverletzungen und Ordnungsstörungen, gerne im Winter hinter Gitter kommen. Oder mit einer Hausfrau, die dauernd falsch parkt, ihr Haushaltsgeld aber nicht für die Bezahlung der Organmandate ausgeben möchte. "Ja, wir haben ein, zwei Parksünder, die ihre Strafe immer freiwillig absitzen gehen", sagt Anita Dschinkowitz von der Abteilung Abgaben im Magistrat Klagenfurt. "Das machen sie dann gerne, wenn sie gerade keine Arbeit haben."

(Kleine Zeitung , CLAUDIA BEER-ODEBRECHT)
 
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